Merkblatt zum Verhalten am Unfallort

Ein Verkehrsunfall stellt für jeden Beteiligten eine besondere Streßsituation dar, die sehr oft zu Fehlreaktionen führt. Die folgenden Hinweise sollen Ihnen helfen, sich am Unfallort richtig zu verhalten. Bewahren Sie deshalb dieses Merkblatt möglichst in Ihrem Fahrzeug auf, damit Sie es griffbereit haben, wenn es „gekracht hat“.

1. Sofortmaßnahmen

Oberstes Gebot: Bewahren Sie Ruhe und Besonnenheit. Sichern Sie die Unfallstelle ab, kümmern Sie sich um verletzte Personen und rufen Sie Hilfe herbei, halten Sie gegebenenfalls andere Verkehrsteilnehmer an, Notruf 110. Verständigen Sie in jedem Fall die Polizei, auch bei vermeintlich „kleinen Blechschäden“. Erfahrungsgemäss überlegt es sich manch ein Unfallbeteiligter nach dem Unfall noch mal anders. Lassen Sie die Fahrzeuge bis zum Eintreffen der Polizei in   Unfallendstellung   stehen. Falls dies nicht möglich ist, zeichnen Sie die Unfallendstellung auf der Fahrbahn mit Kreide auf.  Versuchen Sie sofort Unfallzeugen ausfindig zu machen (Fußgänger, Passanten, andere Verkehrsteilnehmer). Fertigen Sie wenn möglich selbst Lichtbilder vom Schaden und der Unfallörtlichkeit an.


2. Verhalten gegenüber dem Unfallgegner

Auch wenn es schwer fällt: Versuchen Sie Ruhe zu bewahren und nicht mit dem Unfallgegner vorwurfsvoll herumzuschreien. Damit erreichen Sie gar nichts. Tauschen Sie mit dem Unfallgegner Name, Anschrift, Kennzeichen und Versicherung aus. Hierzu sind Sie verpflichtet, auch wenn Sie meinen am Unfall nicht schuldig zu sein. Unterzeichnen Sie auf gar keinen Fall ein Schuldanerkenntnis und geben Sie auch möglichst keine Erklärung zur Schuldfrage ab. Überlassen Sie die Beurteilung der Schuldfrage den Fachleuten (Versicherungen, Rechtsanwälte, Gerichte). Wenn möglich fertigen Sie gemeinsam mit dem Unfallgegner eine Unfallschilderung und eine Unfallskizze an, die nur aus objektiven Tatsachen bestehen sollte (wer kam aus welcher Richtung, gefahrene Geschwindigkeiten, waren Licht und Blinker eingeschaltet, wo genau war der Unfallort). Wenn Sie unterschiedlicher Meinung sind, schreiben Sie auch dies auf (Beispiel: Herr Maier meint, er habe den Blinker gesetzt, Herr Müller hat keinen Blinker gesehen).

3. Verhalten gegenüber der Polizei

Bestehen Sie darauf, dass die Polizeibeamten den Unfall aufnehmen, eine Skizze und Lichtbilder anfertigen. Wenn Sie vor Ort zum Unfallgeschehen befragt werden sollen, fragen Sie die Polizeibeamten, ob Sie nach deren Auffassung auch als Unfallverursacher in Betracht kommen. Im Zweifel verweigern Sie eine Aussage zum Unfallhergang und verweisen auf eine spätere anwaltliche Stellungnahme. Wenn Sie verletzt sind, wird die Polizei Sie fragen, ob Sie Strafantrag stellen wollen. Für die Abwicklung des Unfallschadens nützt Ihnen die Stellung eines Strafantrages wenig, andererseits schadet er aber auch nicht. Machen Sie von der Möglichkeit Gebrauch, sich die Stellung eines Strafantrages vorzubehalten und lassen Sie sich anwaltlich beraten. Der Strafantrag kann bis zu drei Monate nach dem Unfall noch gestellt werden. Sie sollten an der Unfallstelle jedenfalls nicht auf einen Strafantrag verzichten.

4. Räumung der Unfallstelle, weitere Maßnahmen

Veranlassen Sie vorerst nur das Nötigste: Ihr Fahrzeug muß bis zur nächsten Werkstatt abtransportiert, die Unfallstelle gereinigt werden. Lassen Sie sich auf gar keinen Fall gleich nach dem Unfall einen Mietwagen oder ähnliches, auf das Sie „Anspruch haben“, aufschwatzen. Suchen Sie zunächst kompetenten Rat bei einem Rechtsanwalt und verständigen Sie Ihre Haftpflichtversicherung.Allgemeine Hinweise zur Berechtigung von Schadensabwicklungen:Abschleppunternehmen oder Reparaturwerkstätten, die Ihnen gegenüber noch am Unfallort als erfahrene Helfer auftreten und für Sie gleich die ganze Abwicklung des Unfalls übernehmen wollen, arbeiten nicht nur in die eigene Tasche, sie handeln auch widerrechtlich. Solche Unternehmen verstoßen nämlich gegen das Rechtsberatungsgesetz. Diese Unternehmen sind unseriös. Sie nutzen die Schocksituation der Beteiligten nach einem Unfall zu deren Vorteil schamlos aus. Sehr oft bleiben die Unfallgeschädigten dann auf Kosten sitzen, die doch angeblich vom Unfallgegner zu tragen sind. Die Beratung in Unfallsachen ist ausschliesslich den Versicherungen und den Rechtsanwälten vorbehaltenKonsultieren Sie deshalb nach einem Unfall sofort den Anwalt Ihres Vertrauens. Nur der Rechtsanwalt ist der unabhängige Berater, der die Kenntnisse hat, um Ihre Interessen, und zwar ausschliesslich Ihre Interessen, wahrzunehmen. Jeder Unfallgeschädigte hat das Recht sich von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen und diesen mit der Schadensregulierung zu beauftragen. Die Kosten des Rechtsanwaltes werden von der Versicherung des Unfallverursachers getragen, unabhängig davon, ob Sie rechtsschutzversichert sind oder nicht. Die sachbearbeitenden Rechtsanwälte unserer Kanzlei sind Mitglieder in den Arbeitsgemeinschaften Verkehrsrecht und Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltsverein, bilden sich laufend fort und verfügen so über die erforderlichen Spezialkenntnisse.Ihr AnwaltsteamRechtsanwälte Dölle, Bingel & Kollegen
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